Medien der nächsten Generation

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Der Wandel von der Produktion zur Übertragung

Es ist kein Geheimnis, dass sich die Rundfunkbranche buchstäblich vor unseren Augen verändert. Von der Qualität der Inhalte bis hin zur Plattform, auf der wir diese betrachten, von den einzuhaltenden Standards bis hin zu den Übertragungsmethoden von Inhalten, war die Rundbranche noch nie so einem starken Wandel unterworfen.

Der Tektronix-Ingenieur Ian Valentine erläutert einige wichtige Trends, die Auswirkungen auf die Rundfunkbranche haben, und wie Tektronix Kunden hilft, sich diesen Änderungen anzupassen.

„Derzeit vollzieht sich zum ersten Mal seit Jahrzehnten in der Rundfunkbranche ein gewaltiger Wandel, und das alles zur gleichen Zeit“, so Tektronix-Ingenieur Ian Valentine.

 
 

Auf hohem Niveau lässt sich die Rundfunkbranche in zwei primäre Segmente gliedern: Das Segment Inhaltserstellung einschließlich Akquisition, Produktion und Postproduktion und das Segment Inhaltsübertragung, das sowohl die lineare als auch die gestreamte Übertragung von Inhalten in Haushalten umfasst. Nicht nur das eine oder andere dieser Segmente befindet sich im Umbruch – es gibt große Verschiebungen sowohl bei der Erstellung als auch bei der Übertragung von Inhalten.

SDI zu IP

Der erste Trend geht von einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung über eine serielle digitale Schnittstelle (SDI-Verbindung) zu einer Internet-Protokoll-Verbindung (IP-Verbindung), um Videos durch die Produktionsanlage und die Produktionsprozesse zu führen. Diese Umstellung stellt laut Valentine eine große Veränderung für die Rundfunktechniker dar.

„Was Sie wirklich haben, ist eine Situation, in der Sendetechniker jetzt mit einer Netzwerkumgebung zu tun haben, im Gegensatz zu der traditionellen SDI, einer Punkt-zu-Punkt-Einzelverbindung. Mit SDI liegt im Kabel ein einzelnes Programm an, aber in einer IP-Netzwerkumgebung müssen sich diese Techniker jetzt mit vielen Inhalten auf einer einzigen Leitung auseinandersetzen. Das bedeutet, dass sie die Dynamik eines IP-Netzwerks, die Paketierung, neue Messverfahren, neue Synchronisationstechniken und verschiedene Zugriffsarten auf die Inhalte, die sie betrachten möchten, verstehen müssen.“

Battery-lifeEines der ersten Ziele bei der Umstellung auf IP-Infrastruktur ist die Kostenreduzierung der Sendeinfrastruktur. In diesem frühen Stadium des Übergangs sind diese Einsparungen noch nicht unbedingt feststellbar. Ein Vorteil von IP ist jedoch die Flexibilität sowohl bei der Konfiguration der Anlagen als auch bei der Wartung der Infrastruktur, da sich die Industrie in Richtung höher auflösender Formate bewegt. Da sich die vorherrschenden Formate von Standard Definition (SD) auf High Definition (HD) auf 4K und vielleicht in der Zukunft 8K geändert haben, mussten die Sendetechniker ihre interne Infrastruktur erheblich modernisieren und die damit verbundenen Kosten bewältigen.
„Die Flexibilität, die Ihnen ein IP-Netzwerk bietet, besteht darin, dass Sie große Teile Ihres Netzwerks rekonfigurieren und wiederverwenden können, ohne kostspielige Infrastruktur-Updates durchführen zu müssen“, erläutert Valentine. „Mit dem richtigen IP-Netzwerk sollte der Wechsel zwischen HD und 4K relativ reibungslos vonstatten gehen, und solange die Kapazität in Ihrem Netzwerk vorhanden ist, wird der Wechsel in der Zukunft zu 8K möglich sein.“
Es gibt jedoch ein Hindernis für den Übergang zu IP aufgrund von sich ändernden Standards. Von SMPTE ST 2022-6 und 2022-7 bis hin zu ST 2110 und NMOS müssen Sendetechniker in der Lage sein, sich neuen Standards anzupassen. „Meiner Meinung nach hat Tektronix sich den verändernden Standards hervorragend angepasst. Wir haben aktiv in den Industrieverbänden und den dazugehörigen Arbeitsgruppen teilgenommen. Das bedeutet, dass wir die Herausforderungen, denen unsere Kunden gegenüberstehen, aus erster Hand kennengelernt haben, wodurch wir sicherstellen können, dass sie geschützt sind, wenn sich die Standards ändern und weiterentwickeln“, so Valentine.

Wide Color Gamuts und HDR

Ein weiterer wichtiger Trend am Anfang des Prozesses ist der zunehmende Einsatz von Wide Color Gamuts (WCG) und High Dynamic Range (HDR). Dieser Trend unterscheidet sich von früheren Formatübergängen, wie Monochrom zu Farbe, Farbe zu SD und SD zu HD, da er weniger von der Verbrauchernachfrage als vielmehr von der Industrie selbst bestimmt wird.

„Wir konnten mit 4K, UHD oder HDR und der Anwendung eines breiteren Farbraums feststellen, dass dieser Vorgang weniger vom Verbraucher, als viel mehr durch die Industrie selbst angetrieben wird“, erläutert Valentine. Die Branche befindet sich an einem Punkt, an dem viele Anbieter in der Lage sein müssen, ihre Dienstleistungen und die Art der Qualität, die sie anbieten können, zu differenzieren.

Verbesserung des visuellen Erlebnisses

 

Die Schwierigkeit bei diesem Trend besteht darin, dass viele der aktuellen Instrumente in der Branche nicht in der Lage sind, den hohen Dynamikumfang zu messen, und ein Mix aus verschiedenen Technologien bedeutet, dass Inhaltsproduzenten möglicherweise hin- und herwechseln müssen. “Es gibt SDR (Standard Dynamic Range) und HDR (High Dynamic Range)“, sagt Valentine. „Und wenn Sie ein Produzent sind, wie arbeiten Sie mit diesen beiden?“

Tektronix arbeitet laut Valentine daran, diese Herausforderung auf verschiedene Weise zu meistern.

„Wir haben eine Reihe von Werkzeugen eingeführt, die Ihnen die Arbeit in und den Übergang zwischen diesen beiden Umgebungen erleichtern“, erläutert er. „Ein einfaches Beispiel könnte eine Situation sein, in der Sie versuchen, Hauttöne in, sagen wir, dem 709-Farbraum mit etwas abzugleichen, das sich im 2020-Farbraum befindet. Wie lässt sich das über diese beiden Farbräume hinweg bewerkstelligen? Das können Sie mit unseren Instrumenten tun, denn wir können für Sie automatisch zwischen diesen beiden konvertieren. Mit vertrauten Werkzeugen wie einem Vektoroszilloskop sehen Sie dann, ob sich die Farbe zwischen den beiden Farbräumen ändert oder ob Ihr Vektor stabil und konstant bleibt, was darauf hindeutet, dass die Hauttöne übereinstimmen.“

Tektronix bietet auch neue Messungen und Werkzeuge, die bei der Kameraeinstellung und dem Abgleich in HDR- oder gemischten SDR/HDR-Umgebungen unterstützen.

Qualitätskontrolle von Cloud-Videoübertragungen

Ein wichtiger Trend im Übertragungsbereich ist der Übergang von der linearen Übertragung von Inhalten zur so genannten Over-the-Top-Übertragung (OTT). Hochwertige Inhalte werden in diesem Fall nicht mit anderen Premium-Video- oder TV-Diensten mitgeführt, sondern „Over-the-Top“ zu Hause bereitgestellt. Im Wesentlichen beschreibt dies den Übergang von einem traditionellen Kabelfernsehmodell zu Video-Streaming-Diensten wie Netflix und Amazon Prime.

„Wenn Sie ein Anbieter von linearen Inhalten sind und über ein Netzwerk verfügen, das dafür eingerichtet ist, werden Sie am Ende sowohl mit linearen als auch mit OTT-Technologien zu tun haben, um diese an die Haushalte zu liefern“, führt Valentine aus. Beide verwenden unterschiedliche Mechanismen, um den Inhalt zu Ihnen zu bringen. OTT ist eine sehr komplexe Technologie mit vielen Möglichkeiten, bei der Vieles schief gehen kann. Wenn Sie ein Kabelanbieter sind, kodieren Sie bereits alle Ihre Inhalte, die linear geliefert werden sollen. Um die steigende Nachfrage nach Streaming-Services zu befriedigen, müssen Sie nun für die OTT-Übertragung alles neu kodieren. Dann ergibt sich ein großes Potenzial für Kosteneinsparungen, wenn man für beide Dienste nur einmal kodieren muss".

Eine der Schwierigkeiten bei der Übertragung von OTT-Inhalten besteht darin, dass sie die verfügbare Bandbreite des Endbenutzers berücksichtigen müssen. Wenn der Inhalt kodiert wird, muss er in kleine Stücke zerlegt oder verpackt werden (z. B. alle zwei Sekunden), die dann in Profile mit unterschiedlicher Auflösung und Bitrate aufgeteilt werden. Das alles zusammenzufassen ist keine leichte Aufgabe, da die Bandbreite für den Endbenutzer variiert“, wie Valentine erklärt.
„Jeder Zwei-Sekundenblock muss perfekt ausgerichtet sein, so dass beim Umschalten zwischen den Bitraten kein Jitter, keine Sprünge oder Stauungen auf dem Bild zu sehen sind. Es ist also wirklich wichtig, dass diese Angleichungen vorgenommen werden.“
Valentine erläutert, dass obwohl Tektronix Werkzeuge zur Überprüfung der Angleichung zur Verfügung stellt, andere Schwierigkeiten auftreten können, mit denen man bei der Bereitstellung von OTT-Inhalten umgehen muss, wie z. B. dass Audio korrekt übertragen wird, Werbe-Splice-Punkte an der richtigen Stelle sind und das Schwärzen von Inhalten (z. B. regionale Sportereignisse) korrekt durchgeführt wird, wobei das Meiste mit verschlüsselten Inhalten ausgeführt wird. Da OTT-Inhalte verschlüsselt werden, bevor sie an den Endbenutzer übertragen werden, kann die Überwachung der tatsächlichen Qualität des Assets und der Benutzererfahrung schwierig sein.
„Wir sehen, dass es eine Nachfrage nach Messungen in einer verschlüsselten und DRM-geschützten [Digital Rights Management] Umgebung gibt, und Tektronix hat viel Energie darauf verwendet, dies zu tun“, erläutert Valentine. „Wir arbeiten jetzt mit den populärsten DRM-Technologien, die es gibt. Wir verfügen über Mechanismen, die Kunden bei der Entschlüsselung von Inhalten, die ihnen als autorisierte Benutzer im Netzwerk zur Verfügung stehen, unterstützen. Auf diese Weise können wir Ihnen sagen, ob der Inhalt in Ordnung ist, wenn er übertragen wird.“

In einer Zeit, in der die Verbraucher mehr Wahlmöglichkeiten als je zuvor haben, wird es immer wichtiger, eine qualitativ hochwertige Benutzererfahrung zu gewährleisten. „Letztendlich ist die Qualität dieser Inhalte für Sie von entscheidender Bedeutung“, sagt Valentine. „Wenn es nicht gelingt, Inhalte zu produzieren, die die Menschen ohne Probleme weiterhin sehen können, dann werden die Kundenbindung und die Kosten für die Neukundengewinnung zu einem Problem – zumal es für die Kunden einfacher und schneller wird, abzuwandern.

Den Sendetrends begegnen

Die wichtigsten Trends, die sich auf die Rundfunkbranche auswirken, sind vielfältig und umfassen sowohl die Erstellung von Inhalten als auch die Übertragung von Inhalten und sind von großer Bedeutung, da die Techniker sich einigen großen Veränderungen anpassen müssen. Der Übergang von SDI zu IP,die zunehmende Verwendung von HDR und Wide Color Gamuts und der Wechsel von der linearen Übertragung zum OTT-Streaming birgt Herausforderungen wie auch Chancen.

„Dies sind einige der wichtigsten Trends, die wir in der Rundfunkbranche beobachten“, so Valentine. „Wir erkennen auch, wie die Arbeitsweise unserer Kunden davon betroffen ist, und vielleicht kann Tektronix sie bei der Bewältigung dieser Herausforderung unterstützen.”

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